Schmalspur Zm

Um 1900 beginnt man in Deutschland entlegene Gebirgs- und Nebenzugstrecken aus Kostengründen auf Schmalspur zu setzen. Das heißt anstatt der Regelspurweite von 1435 mm auf 1000 mm. Der Bau ist preiswerter, es sind kleinere Kurvenradien möglich und die Fahrzeuge sind leichter. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Güterzugsstrecken, weshalb sich auf lange Sicht die Schmalspur doch nicht durchsetzen kann. Beim Übergang auf einen Regelspurstrecke muss umgeladen werden, was großen Aufwand verursacht. Die Strecken werden daher je nach Auslastung einige Jahre später entweder umgespurt oder aufgelassen.

Die ersten Versuche die Schmalspur im Modellbau in Maßstab 1:220 motorisiert nachzubauen gibt es Anfang der 1990er Jahre. Die Spurweite Z im Modellbau beträgt 6,5 mm, umgelegt auf die Schmalspur sind 4,5 mm, was die Technik nochmal vor eine ganz andere Herrausforderung stellt. Es ist eine Gruppe ehrgeiziger Bastler, die 1996 den ersten motorisierten Personenzug auf Schmalspur auf der Leipziger Messe präsentieren und eine Demonstrationsanlage in der Schweiz betreiben, die im Laufe der Jahre noch ergänzt wird. Die Züge sind mit Anfahr- und Bremsverzögerung ausgestattet, Höchst- und Mindestgeschwindigkeit sind flexibel einstellbar. Die Landschaft erinnert stilecht an eine Gebirgsbahn mit Tunnel, Brücken und Bächen.

Trotz er Begeisterung vieler Fans für die pittoresken Strecken der Schmalspurbahnen dauert es noch einige Jahre bis motorisiertes Rollwerk für die Spur Zm kommerziell angeboten wird.

Immerhin werden Schienen und einige Bauteile, für all jene, die selber gerne tüfteln und ihre Züge, wie die Bastlergruppe aus den 1990er Jahren selber konstruieren wollen, ungefähr seit der Jahrtausendwende vertrieben.

Bis heute ist es nicht ganz einfach an kommerziell gehandeltes Fuhrwerk für die Spur Zm zu kommen. Es wurden zwar einige Modelle produziert, allerdings oft in so geringer Stückzahl, dass sie schnell vergriffen waren. Wer also seine Spur Z-Anlage um eine Schmalspurstrecke ergänzen möchte, wird schwer darum herum kommen, selbst Hand anzulegen. Auszahlen tut sich das bestimmt, sind doch gerade jene Gebirgsstrecken landschaftlich besonders eindrucksvoll.